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Mythos über On-Demand Mobilität: On-Demand ÖPNV ist zu teuer

  •   3 min read

Sie denken, ein On-Demand Angebot übersteigt Ihr Budget? Wir liefern Ihnen den Beweis dafür, dass Städte tatsächlich Geld sparen können, wenn sie zu On-Demand Mobilität wechseln.

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Willkommen zu unserer Serie Mythen hinsichtlich On-Demand Mobilität, in der wir anhand von detaillierten Daten und Fallbeispielen verbreitete Mythen über den öffentlichen On-Demand Verkehr widerlegen. Legen wir los:

MYTHOS: On-Demand ÖPNV ist teuer. Wir können nicht in etwas investieren, das finanziell nicht tragbar ist. 

REALITÄT: Werden On-Demand Verkehre auf intelligente Weise implementiert, können Gemeinden, im Vergleich zu ihrem bisherigen Linienverkehr sogar Geld sparen und höhere Umsätze erzielen, durch die sich die anfänglichen Investitionen um ein Vielfaches auszahlen.

Das Angebot einer hohen Servicequalität zu geringstmöglichen Kosten für den Steuerzahler ist im Allgemeinen ein wichtiger Erfolgsfaktor für alle Aufgabenträger und ÖPNV-Betreiber. Spricht man jedoch von On-Demand ÖPNV, beißen sich Kritiker oft daran fest, die Kapitalrendite (Return On Investment, ROI) einfach in Bezug auf das Ticketerlösverhältnis zu messen, anstatt die Gesamteffizienz des Angebots (und die daraus resultierenden Kosteneinsparungen) zu betrachten.

Auf der ganzen Welt sind öffentliche Verkehrsmittel stark auf Faktoren wie Landes- und kommunale Finanzierungsquellen angewiesen, wobei das Angebot selten (wenn überhaupt) einen Gewinn erzielt. Dies war bereits vor Corona der Fall, und ÖPNV-Betreiber werden noch mehr Unterstützung benötigen, wenn die Pandemie beendet ist. Die Frage ist daher: Wie können wir den kosteneffizientesten Service bieten, insbesondere wenn die Nachfrage weiterhin schwankt?

Unsere Erfahrung zeigt, dass On-Demand ÖPNV Angebote, wenn diese auf intelligente Weise implementiert werden, zu niedrigeren Betriebskosten führen als schlecht ausgelastete Linienbusse, während gleichzeitig Faktoren wie die Wartezeiten für die Fahrgäste sowie Leerkilometer reduziert werden können. 

Ein gutes Beispiel dafür ist Sault Ste. Marie Transit Services, ein ÖPNV-Betreiber, der etwa jährlich 73.000 Menschen in Sault Ste. Marie („die Soo“) in Ontario befördert. Im August 2019 startete die Soo eine Partnerschaft mit Via und ersetzte fixe Buslinien am Sonntagabend – die typischerweise niedrige Passagierzahlen verzeichneten – durch eine On-Demand-Lösung. Sault Ste. Marie On-Demand verwendet die gleichen 12-Meter-Busse, wie in den herkömmlichen Linien, sowie die gleichen Bushaltestellen.

Die Stadt prognostiziert jährliche Kosteneinsparungen von Zehntausenden von Dollar.

Und es funktioniert: Der Wechsel ermöglichte einen Rückgang der Betriebsstunden um 11% bei gleichbleibender Nachfrage, was zu einer erhöhten Fahrzeugauslastung und Kosteneinsparungen für die Stadt führte. Aufgrund der erhöhten Effizienz konnte die Stadt in wenigen Monaten die Größe ihrer Fahrzeugflotte reduzieren und jährliche Kosteneinsparungen von Zehntausenden von Dollar verzeichnen.

Bestärkt von den positiven Rückmeldungen der Fahrgäste, deren durchschnittliche Wartezeit von nun nur noch 12 Minuten eine deutliche Verbesserung gegenüber dem ursprünglichen Stundentakts des Linienangebots darstellte, verlängerte Sault Ste. Marie im Juni 2020 seine On-Demand-Partnerschaft mit Via um zwei Jahre. Durch die Umstellung von einem ineffizienten Linienverkehr konnte die Soo die Servicequalität verbessern und gleichzeitig die Kosten senken.

Entscheider im ÖPNV sollten sich folgende Frage stellen: was sind die tatsächlichen Kosten, wenn in meiner Stadt nicht genügend Transportmittel zur Verfügung stehen? Während der traditionelle Linienverkehr bei der Bereitstellung von Mobilitätslösungen eine wichtige Rolle spielt, leben oder arbeiten viele Bewohner nicht in Gehweite zum nächsten Bahnhof oder der nächsten Bushaltestelle. Infolgedessen werden Besitzer von privaten Fahrzeugen selbst fahren, während es für Personen, die sich kein privates Fahrzeug leisten können – insbesondere Menschen in abgelegenen ländlichen Gebieten – schwierig ist, Gesundheitsversorgung, den Arbeitsplatz und soziale Kontakte zu erreichen. 

Bei einer ganzheitlichen Betrachtung sehen wir, dass On-Demand Systeme, die zunächst als „unrentabel“ verworfen werden, im Allgemeinen zu mehr Effizienz im ÖPNV führen können. Der öffentliche Nahverkehr ist ein entscheidender Faktor, der Arbeitslosigkeit reduziert, Zugang zu präventiver Gesundheitsversorgung gewährt und soziale Isolation, die im Laufe der Zeit zu teurem Pflegebedarf führen kann, verhindert. 

Es ist immer einfacher, die bestehende Infrastruktur nicht durch neue Technologien zu ergänzen; wenn es jedoch um den ÖPNV des 21. Jahrhunderts geht, funktioniert der Status quo nicht immer. Viele der Sorgen rund um On-Demand Mobilität sind auf Mythen und Missverständnisse zurückzuführen, die verhindern, dass Entscheider weltweit sich trauen, wichtige Innovationen umzusetzen. Wenn wir es aber ernst nehmen, alle Haushalte an den ÖPNV anzubinden, Corona-Herausforderungen anzugehen, den Klimawandel zu bekämpfen und massive Staus und Umweltverschmutzung in unseren Städten zu verhindern, ist jetzt die Zeit für neue Ideen. 

Dieser Artikel ist eine von fünf datenbasierten Geschichten, die häufige Mythen über On-Demand ÖPNV widerlegen:

  1. Der öffentliche On-Demand-Nahverkehr ist zu teuer.
  2. Städte haben den On-Demand-Nahverkehr bereits getestet und er ist fehlgeschlagen.
  3. On-Demand ist nicht neu – es wurde nun einfach mit einer App ausgestattet.
  4. Menschen bevorzugen die Vorhersehbarkeit von Linienverkehr.
  5. App-basierter Nahverkehr bedeutet, dass Menschen ohne Smartphone auf der Strecke bleiben.

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