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5 Wege zur erfolgreichen digitalen Einbindung der Öffentlichkeit

  •   4 min read

Wie können Verkehrsbetriebe Diskussionen über die Angebotsplanung klarer, einfacher und inklusiver gestalten? Wir haben da ein paar Ideen.

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Weltweit befinden sich Verkehrsbetriebe infolge der COVID-19-Pandemie in einer noch nie dagewesenen Krise: Die Fahrgastzahlen sind zurückgegangen, die Budgets haben sich verkleinert, und manche Weiterentwicklungen sind aufgrund der eingeschränkten Mobilität ausgesetzt worden. Trotz dieser Schwierigkeiten haben viele Verkehrsbetriebe diese Zeit als Chance genutzt, ihre Verkehrsangebot im Hinblick auf effiziente Linienführung, Netzabdeckung und viele weitere wichtige Faktoren zu überdenken.

Ein entscheidender Teil des Planungsprozesses ist und bleibt die Öffentlichkeitsbeteiligung, bei der sich Bürger/-innen zu vorgeschlagenen Neuerungen äußern können. Diese Phase ist in jüngster Zeit noch wichtiger geworden, da die Verkehrsbetriebe neue Angebote heute mit verstärktem Fokus auf soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit bewerten.

Der öffentliche Nahverkehr steht vor entscheidenden Weichenstellungen. Deshalb sind Verkehrsplaner/-innen auf eine produktive, effiziente Öffentlichkeitsbeteiligung angewiesen. Wir stellen fünf Möglichkeiten vor, wie sie sich dabei moderne Technologien zunutze machen können:

  1. Schnelle Erstellung hochauflösender Karten 

Verkehrsplaner/-innen stehen häufig vor der Herausforderung, der Öffentlichkeit ihr Angebot nachvollziehbar vorstellen zu können. Eine besondere Herausforderung dabei ist die visuell ansprechende Kombination übersichtlicher Karten mit der vorgeschlagenen Linienführung sowie allen dazugehörigen Informationen.

Manchmal verwenden die Planungsverantwortlichen Screenshots von Google Maps, bearbeiten diese aufwendig in Powerpoint und fügen grafische Details von Hand hinzu. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass sich in manchen Betrieben nur ein kleines Team oder eine einzige Person mit dieser komplizierten, zeitaufwendigen Arbeit befasst. Es überrascht also nicht, dass die Ergebnisse große Qualitätsunterschiede aufweisen – und eine verwirrende Karte kann die Öffentlichkeitsbeteiligung schnell aus der Bahn werfen.

Neue technologische Werkzeuge, die für die kollaborative, iterative Planung ausgelegt sind, können jedes Team dabei unterstützen, in kurzer Zeit leicht verständliche und genaue Karten zu erstellen sowie diese zu aktualisieren und zu veröffentlichen. Sie ermöglichen es den Verkehrsplanern und -planerinnen ganz unkompliziert neue Linien in digitale Karten einzuzeichnen, während die Haltestellen des bestehenden Netzwerks automatisch eingefügt werden. Auch Veränderungen an Bestandslinien lassen sich so niederschwellig umsetzen.

Dazu sind keine besonderen Kenntnisse nötig. Das Hin- und Herziehen von bestehenden oder Erstellen von neuen Linien ist intuitiv, sodass der ganze Vorgang einfach zu steuern und effizient ist. Das Endergebnis sieht durchgängig professionell aus und sorgt in der Öffentlichkeit für mehr Vertrauen.


  1. Fundierte Argumente für das neue Angebot

Eine der größten Herausforderungen bei der Angebotsplanung besteht darin, den Menschen vor Ort die vorgeschlagenen Linienänderungen zu erklären. Ohne einen übersichtlichen Vergleich zwischen alter und neuer Linienführung befürchten die Fahrgäste unter Umständen, dass ihre täglichen Fahrten oder der Zugang zur Grundversorgung nicht mehr funktionieren. Oft werden während der Präsentation die Karten und Argumente getrennt dargestellt, was beim Publikum Zweifel am Sinn der Pläne hervorrufen kann.

Kollaborative Planungssoftware hingegen integriert wichtige Datenpunkte gleich bei der Erstellung automatisch in die Karte. Zum Beispiel können Sie eine neue Linienführung einzeichnen und automatisch Datenpunkte zu Takt und Demografie ermitteln. Diese Daten werden in Echtzeit angepasst, wenn Sie die Linienführung verändern. Außerdem können Sie Fahrgastzähldaten und andere Betriebsstatistiken wie die geschätzte Anzahl erforderlicher Fahrzeuge oder auch Fahrpläne bei Bedarf im Rahmen von Bürgerforen anzeigen lassen.

Die Karte mit der alten und die Karte mit der neuen Linienführung enthalten die gleichen zugrunde liegenden Daten, damit sie einfach vergleichbar sind. Dies erleichtert es den Verkehrsplaner-/innen, mithilfe präziser Informationen ihre Argumente übersichtlich darzustellen und Daten-basiert zu vertreten.

  1. Erörterung von Zielkonflikten – das Spannungsfeld von Angebotsverbesserung und Budget

Bei der Beteiligung der Öffentlichkeit kommt es darauf an, die Menschen vor Ort so aufzuklären, dass sie den Kontext verstehen. Bei der Verkehrsplanung sollten Zielkonflikte immer erörtert werden, denn die Gelder sind begrenzt, sodass die Öffentlichkeit ihre Bedürfnisse und Ziele priorisieren muss. Wenn Zielkonflikte wie etwa im Zusammenhang mit Takt und Betriebszeiten erläutert werden, kann dies zu von den Bürger/-innen unterstützten Entscheidungen je nach Priorität beitragen.

Mit neuen Technologien für die Angebotsplanung können Sie leicht darstellen, wie sich eine Entscheidung auf andere Faktoren auswirkt. Zum Beispiel können Sie mit wenigen Klicks zeigen, welche Kosten-Effekte der Wechsel hin zu einem Zehn-Minuten-Takt hat. Zeigen Sie außerdem wie eine vorgeschlagene Linienführung mehr Haltestellen umfasst als eine andere oder warum eine neue Linienführung teurer, dafür aber für mehr Fahrgästen zugänglich wäre. Solche Änderungen können Sie auch während einer Präsentation direkt umsetzen, indem Sie die vorgeschlagene Linienführung an Ideen aus dem Publikum anpassen.

  1. Mehr Hintergrundinformationen darstellen, um auch den sozialen Nutzen zu verdeutlichen

Nahverkehrsstandards weltweit legen verstärkten Wert auf eine Überprüfung der sozialen Gerechtigkeit im öffentlichen Verkehr. Daher müssen die Verkehrsbetriebe über die reinen Fahrgastzahlen hinaus eine neue Kennzahl für die Nützlichkeit ihres Angebots einbeziehen: die Zugänglichkeit. Dies hat nicht nur komplexere Entscheidungen bei der Linienplanung zur Folge, sondern erfordert auch andere Argumente im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung.

Früher lag bei der starren Linienbedienung der Schwerpunkt auf Verbindungen zwischen Punkt A und Punkt B – zwischen dem Wohnort und dem Arbeitsplatz. Heute erkennt man zunehmend die Flächenbedienung als Notwendigkeit, damit die gesamte Bevölkerung Zugang zur Grundversorgung wie Lebensmittel, Bildung und Gesundheit hat.

Auch hier können neue Visualisierungsplattformen helfen, Linienpläne effizienter zu erstellen und wichtige Daten zur Bevölkerung, zur Demografie, zum Nutzungsgrad und zum Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen darzustellen. So kommunizieren Sie Veränderungen wirksam und überzeugend.

  1. Direktes Feedback der Bevölkerung

Vor der Pandemie gehörten Bürgerforen vor Ort zu den beliebtesten Mitteln der Öffentlichkeitsbeteiligung. Doch solche Ereignisse ziehen oft nur einen relativ kleinen Teil der Bevölkerung an, unabhängig davon, wie sorgfältig der Termin ausgewählt wird.

Glücklicherweise eröffnen moderne Technologien zusätzliche Möglichkeiten für Befragungen und Feedback. So können beispielsweise digitale Karten, die die Angebotsplanung erläutern, unkompliziert auf einer Website dargestellt werden. Die Menschen vor Ort können sie dann direkt kommentieren. Verkehrsplaner/-innen werden über Kommentare benachrichtigt und können diese direkt über die Benutzeroberfläche in Ihre Pläne mit einbeziehen.

Das Beste aber ist: Niemand muss persönlich zu einer bestimmten Uhrzeit an einem bestimmten Ort erscheinen. Damit wird die Gruppe der Menschen, die Feedback zu einer vorgeschlagenen Änderung geben können, größer und vielfältiger. Viele digitale Plattformen ermöglichen es den Menschen, Kommentare in anderen Sprachen abzugeben, was eine weitere Hürde für die Teilnahme abbaut. Zusätzlich können Karten mit neuem Verkehrsangebot bzw. Fahrplanwechsel in den sozialen Medien veröffentlicht werden, sodass sich die Reichweite noch einmal vergrößert.

Für eine einfachere Öffentlichkeitsbeteiligung

Auch die besten Ideen brauchen die Akzeptanz der Menschen vor Ort, und selbst optimal geplante Projekte profitieren von Vorschlägen der Fahrgäste. Durch den Einsatz moderner Technologien können Verkehrsbetriebe im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung beide dieser Ziele einfacher erreichen – und letztlich ein noch effizienteres, sozial gerechteres Verkehrsangebot planen, das den Menschen vor Ort den größten Mehrwert bringt.

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