September 14, 2022

KelRide führt autonomen, bedarfsgesteuerten ÖPNV-Service ein

Der On-Demand-Dienst "KEXI"(Kelheim Express Individuell) treibt den wetterfesten und dynamischen Einsatzautonomer Fahrzeuge im ÖPNV voran. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr(BMDV) fördert das Projekt mit einer Laufzeit bis Ende 2023 mit 10,5 MillionenEuro.

14. September 2022 (Kelheim, Deutschland) — ImLandkreis Kelheim nördlich von München können Fahrgäste ab heute erstmalsautonome On-Demand-Fahrzeuge in einer gemischten Flotte als Teil desöffentlichen Nahverkehrs buchen. Das Projekt KelRide geht damit in seine zweitePhase. Es ist eines der größeren ÖPNV-Projekte in Deutschland, bei dem autonomeund konventionelle Fahrzeuge gepaart werden. Ziel des Projekts ist es, einenBetrieb der autonomen Fahrzeuge unter allen Wetterbedingungen zu ermöglichen.

Nach dem Start des öffentlichen On-Demand-DienstesKEXI im vergangenen Sommer ermöglicht es die zweite Phase den KEXI-Kunden, überdie KEXI-Mobil-App eine Fahrt mit einem der beiden autonomen ElektrofahrzeugeEZ10 zu buchen. Ein eigens für den Betrieb errichteter Hub für autonomeFahrzeuge bietet Platz für fünf Shuttles, da die Flotte im Rahmen desProjektvorhabens im Jahr 2023 erweitert werden soll.

Der autonome Service wird von Montag bis Freitagvon 09:00 bis 16:00 Uhr im Donaupark, in der Altstadt und amPflegerspitz-Parkplatz angeboten. Der Service soll die Altstadt von Kelheim mitdem Gewerbegebiet "Donaupark" verbinden und ein Straßennetz von fast14 km Länge bedienen. Die Fahrzeuge werden mit einer Höchstgeschwindigkeit von20 km/h fahren und einen Sicherheitsoperator an Bord haben, der jederzeit perTablet eingreifen kann. Die Fahrten in den autonomen Fahrzeugen werdenkostenlos sein.

Das Interesse an der Nutzung von autonomenöffentlichen Verkehrsmitteln wächst in Deutschland weiter. Mitte dieses Jahreswurde der Rechtsrahmen für autonomes Fahren geschaffen, außerdem sind einigeder etabliertesten Ökosysteme der Branche in Europa in der Region zu Hause. DasProjekt KelRide ist eine der wenigen Initiativen dieser Größenordnung mit einerReihe an Partnern, darunter das Unternehmen für autonome FahrzeugtechnologieEasyMile, der Landkreis Kelheim, der TransitTech-Softwareanbieter Via, dieUnternehmensberatung P3 Group, der TÜV Rheinland und die Technische UniversitätBerlin.

Bisherige autonome Dienste in Deutschland werdenoft auf einer festen Route betrieben, wohingegen es die innovative Technologiedes KEXI-Service möglich macht, autonome Fahrzeuge dynamisch in Echtzeit zurouten. Zudem schränken ungünstige Wetterbedingungen wie starker Schneefall,Regen oder Nebel fahrerlose Mobilitätslösungen bislang noch ein. Auch dieserHerausforderung für das autonome Fahren widmet sich KelRide: Unter Einsatzbestehender Sensortechnologie und Fahrzeugsteuerungssoftware sowie einesintelligenten Flottenmanagements soll eine Allwettertauglichkeit bei typischenmitteleuropäischen Wetterbedingungen erreicht werden. Der heutige Start ist dererste von zwei Schritten zur Einführung "wetterfester" autonomerFahrzeuge bis zum Sommer 2023.

So treibt KelRide die hochtechnologischeIntegration zwischen einzelnen Softwarelösungen voran, um Betrieb autonomerFahrzeuge, Buchung, Routenplanung und Zuweisung von Fahrgästen und Fahrzeugenzu ermöglichen und so nahtlose intermodale Verbindungen zu schaffen.

Der Landkreis Kelheim unterstützt die Entwicklungund Umsetzung des Projekts in Verbindung mit den lokalen Zielen für die Region,einschließlich der Optimierung des öffentlichen Nahverkehrs. Dies bedeutet dieEinführung neuer und attraktiver Verkehrsangebote, die die Nutzung von privatenPKW reduzieren und den Zugang zum öffentlichen Verkehr erweitern.

Die Umsetzung liegt unter anderem in den Händen derUnternehmensberatung P3 automotive, die ihre Kompetenzen in den BereichenProjekt- und Produktmanagement sowie Kostenanalyse einsetzt, um einentermingerechten Ablauf und nachhaltigen Projekterfolg zu gewährleisten. DieExpertise von P3 hilft auch bei der Berechnung des Business Cases sowie bei derEntwicklung der Blaupause für andere Kommunen. Nicht zuletzt bereitet P3 denSkalierungsprozess der der KelRide-Idee über das ursprüngliche KelheimerVersorgungsgebiet hinaus vor. "Als einer der Gründerväter derKelRide-Produktvision freuen wir uns, dass unser Produkt wächst und Schritt fürSchritt Realität wird. Als Projektleiter sind wir glücklich darüber, jetzteinen Meilenstein in Bezug auf Zeit, Budget und Umfang zu erreichen. Wir freuenuns über den er Start der gemischten Flotte und haben die Ziellinie fest imBlick", sagt Marco Dargel, Partner für den Bereich Autonomes Fahren beiP3.

Beteiligt ist auch das FachgebietVerkehrssystemplanung und Verkehrstelematik der Technischen Universität Berlin.Mit der ereignisbasierten Verkehrssimulationssoftware MATSim (Multi-AgentTransport Simulation) wird das Mobilitätsverhalten im Landkreis Kelheimsimuliert und mit Hilfe von Modellen die Auswirkungen des autonomen Dienstesuntersucht. So kann die zukünftige Nachfrage nach den autonomen Shuttles inverschiedenen Bedienungsgebieten abgeschätzt werden.

Die Software von Via optimiert die Buchung vongeteilten Fahrten, das Routing, die Zuweisung von Fahrgästen und Fahrzeugen,das Kundenerlebnis und das Flottenmanagement. Via’s Software ermöglicht auchintermodale Fahrten, so dass Fahrgäste mehrere Verkehrsmittel im gesamtenÖPNV-Netz in Kelheim und darüber hinaus angezeigt bekommen - und buchen können.Via verfügt über umfangreiche Erfahrungen beim weltweiten Einsatz derTechnologieplattform zur Integration autonomer Fahrzeuge in öffentlicheOn-Demand-Verkehrsnetze. "Wir freuen uns, gemeinsam mit unseren Partnerndieses einzigartige und innovative Projekt in Deutschland auf derTechnologieplattform von Via umzusetzen. Es ist ein Leuchtturm für andereKommunen und führt flexible und effiziente autonome Lösungen als die neueGeneration von ÖPNV-Angeboten ein", sagt Jan Luedtke, Via'sGeschäftsführer Deutschland. "Es ist besonders für Kommunen im ländlichenRaum von Vorteil. Autonome On-Demand-Lösungen im Rahmen des ÖPNV stellen einegroße Chance dar, den Zugang zur Mobilität radikal zu verbessern und dieAnbindung zu gewährleisten", fügt er hinzu.

Um autonome Fahrzeuge im Rahmen des ProjektsKelRide zu betreiben, haben Via und EasyMile eine technische Integration allerSchnittstellen entwickelt, die es den Fahrgästen ermöglicht, ihre Fahrteneinfach über die mobile App von Via zu buchen. Der Technologieanbieter undKonsortialführer EasyMile bringt seine EZ10-Shuttles sowie sein Fachwissen überautonome Fahrplattformen in das Projekt ein. „Dies ist ein weiterer wichtigerMeilenstein für EasyMile", sagt Arwed Schmidt, Direktor StrategicInitiatives - Passenger Transportation bei EasyMile. "Es macht mich stolz,unsere Technologie im öffentlichen Einsatz zu sehen, die effektive Mobilitätsanalysennutzt und die in einer gemischten und vom TÜV Rheinland zugelassen Flottebetrieben wird. Dies ist ein klarer Weg zur großflächigen Einführung vonsicherer autonomer Technologie in Deutschland und weltweit."

Schließlicherforscht und erprobt TÜV Rheinland Methoden und Verfahren zur Prüfbarkeit deshochautomatisierten Systems, führt alle für die geplante Straßenzulassungerforderlichen Tests einschließlich Risikoanalysen der Betriebsbereiche durchund unterstützt die Kommunikation mit den Zulassungsbehörden. „Da für uns dasMotto Vision Zero Programm ist, bringen wir gerne unsere langjährige Erfahrungmit hochautomatisierten Systemen und die wachsende Kompetenz innerhalb vonKI-Anwendungen in zukunftsweisende Vorhaben wie das Projekt KelRide ein",sagt Dr.-Ing. Michael Fübi, Vorstandsvorsitzender der TÜV Rheinland AG.

WeitereInformationen zum Projekt KelRide sind auf der Homepage www.kelride.de zu finden.

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